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    Franz Liszt: Faust-Sinfonie für Tenor, Männerchor und Orchester

    20/04/2026 | 1h 59min
    Goethes «Faust» inspirierte viele Komponierende, so auch den Starpianisten Franz Liszt. Er schrieb eine gut einstündige Programmsinfonie inklusive Schlusschor über die drei Hauptfiguren der Tragödie.

    Nach dem Vorbild von Hector Berlioz «Symphonie fantastique», dem Flagschiff der Programmmusik, malte er mit opulenter musikalischer Sprache drei Charakterbilder: Faust als rastlos verzweifelnden Intellektuellen, dem er unter anderem ein 12-Ton-Thema zuteilt; Gretchen als personifizierte Unschuld, mit inniger Melodie und reduziertem Orchestersatz, und schliesslich der diabolische Mephisto, welcher die Faust-Themen fratzenhaft verzerrt widerspiegelt.

    Liszt schuf damit ein gewaltiges, raffiniert orchestriertes Klanggemälde, das jedem Klangkörper Virtuosität abverlangt. Er brachte es im Jahr 1857 in Weimar zur Uraufführung anlässlich der Einweihung des Goethe- und Schiller-Denkmals.

    Gäste von Moritz Weber sind der Musikwissenschaftler Felix Michel und die Geigerin Friederike Starkloff.
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    W.A. Mozart: Hornkonzert Nr.4 Es-Dur KV 495

    13/04/2026 | 1h 59min
    In Mozarts Handschriften zu den Hornkonzerten finden sich nicht nur Noten, sondern auch neckische Bemerkungen an seinen Freund, den berühmten Salzburger Hornisten Joseph Leutgeb. Die beiden verband eine enge und humorvolle Beziehung.

    Für Leutgeb schrieb Mozart drei seiner vier Hornkonzerte – darunter das Hornkonzert Nr. 4 in Es-Dur KV 495, das 1786 in Wien entstand. Mozart nutzt darin die klanglichen Möglichkeiten des damaligen Naturhorns mit viel Fantasie. Weite Melodiebögen, lebendige Dialoge zwischen Solist und Orchester und überraschende musikalische Einfälle prägen das Werk. Zugleich verlangt das Konzert vom Solisten Virtuosität und ein feines Gespür für Klangfarben.

    Und immer wieder scheint der Komponist seinem Freund Leutgeb kleine musikalische Streiche zu spielen. Auch die Autographe belegen das: In der Handschrift des vierten Konzerts finden sich farbige Tinten und scherzhafte Kommentare, mit denen Mozart einzelne Passagen markierte.

    In der Diskothek vergleicht Eva Oertle gemeinsam mit dem Hornisten Olivier Darbellay und dem Dirigenten Jan Schultsz fünf unterschiedliche Aufnahmen von Mozarts viertem Hornkonzert.
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    Germaine Tailleferre: Harfensonate

    11/04/2026 | 1h 59min
    Vielen ist die französische Komponistin Germaine Tailleferre nur als Fussnote der Musikgeschichte bekannt, als einziges weibliches Mitglied der losen Komponistengruppe «Groupe des Six».

    Wie ihre Kollegen dort, u.a. Arthur Honegger, Francis Poulenc und Darius Milhaud, blieb sie als Reaktion auf die Spätromantik einer eher verschlankten Klangästhetik treu, und auch sie gehörte nicht zur musikalischen Avantgarde. «Ich habe ein unendlich schwieriges Leben, und darum schreibe ich fröhliche Musik», soll sie einmal gesagt haben.

    Unter anderem ihre Harfensonate aus dem Jahr 1953 beweist, dass Tailleferre weit mehr ist als eine Randerscheinung. Es ist ein so originelles wie zugängliches Stück - nur eines aus Tailleferres eindrücklich grossem Œuvre.

    Im gleichen Jahrzehnt wie die Harfensonate schrieb die damals bereits über 60-jährige Französin vier ihrer Opern bzw. Kammeropern. Auch diverse Klavier-, Kammermusik, Lieder, Orchestrales wie auch konzertante Werke hinterliess Tailleferre, die auch eine ausgezeichnete Pianistin war.

    Wie bei so vielen weiblichen Komponierenden ist auch das meiste von ihr noch nicht verlegt und aufgenommen worden. Den Grossteil ihres Werks (wie auch ihres Lebens) gilt es also noch zu entdecken und aufzuarbeiten.
    Gäste von Moritz Weber sind die Musikjournalistin Corinne Holtz und die Harfenistin Selina Cuonz.

    Erstausstrahlung: 13.01.2025
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    Diskothek-Revue März

    30/03/2026 | 1h 59min
    Jeweils in der letzten Diskothek-Ausgabe des Monats stellen wir die Gewinnerinnen und Gewinner der vorangegangenen Sendungen vor. Die in der Diskothek prämierten Interpret:innen und Ensembles treten hier auch mit anderem Repertoire oder in anderer Besetzung auf.

    In diesem Monat:
    - Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36
    - John Dowland: Lachrimae, or seaven teares
    - Bernd Alois Zimmermann: Nobody knows de trouble I see - Trompetenkonzert
    - Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion
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    J.S. Bach: Johannes-Passion für Soli, Chor und Orchester BWV 245

    23/03/2026 | 1h 59min
    Die Johannespassion gehört zu den eindrucksvollsten geistlichen Werken von J.S. Bach und ist – neben der Matthäuspassion – die einzige vollständig erhaltene Passion des Komponisten.

    Bach hat vermutlich insgesamt fünf Passionen geschrieben, doch nur diese beiden sind vollständig überliefert; die übrigen gelten als verschollen. Die Johannespassion wurde am Karfreitag des Jahres 1724 in Leipzig uraufgeführt. Für Bach war dies eine besondere Situation: Erst kurz zuvor hatte er sein Amt als Thomaskantor angetreten und stand damit erstmals in der Verantwortung für die Kirchenmusik an den Leipziger Hauptkirchen. Mit der Johannespassion präsentierte er ein Werk von grosser musikalischer und dramatischer Intensität. Die Passion erzählt die Leidensgeschichte Jesu nach dem Evangelium des Johannes – jedoch nicht nur als Bericht, sondern als emotionales musikalisches Geschehen.

    Schon bei der Uraufführung beeindruckte das Werk durch seine starke Ausdruckskraft. Chorpassagen voller dramatischer Energie, bewegende Arien und eindringliche Rezitative lassen die biblische Handlung sehr plastisch erscheinen. Gleichzeitig rief diese emotionale Wirkung auch Kritik hervor: Zeitgenossen empfanden die Musik stellenweise als zu leidenschaftlich und beinahe «opernhaft» für den kirchlichen Rahmen. Bach selbst arbeitete immer wieder an dem Werk und nahm im Laufe seines Lebens mehrere Überarbeitungen vor. Nach seinem Tod geriet die Passion zunächst in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert, im Zuge der sogenannten Bach-Renaissance, wurde sie wiederentdeckt und zunehmend aufgeführt. In dieser Zeit interpretierte man Bachs Musik oft in grossen Besetzungen und suchte einen monumentalen Klang.

    Heute versuchen Musikerinnen und Musiker im Rahmen der historischen Aufführungspraxis, sich dem ursprünglichen Klangbild des 18. Jahrhunderts anzunähern. Mit kleineren Ensembles, historischen Instrumenten und einem neuen Blick auf Bachs Partitur wird erforscht, wie die Johannespassion zur Zeit ihrer Entstehung geklungen haben könnte.

    In der Diskothek stehen fünf unterschiedliche Interpretationen im Vergleich. Gäste von Eva Oertle sind die Sopranistin Stephanie Pfeffer und der Chorleiter Tobias Stückelberger.

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Sobre Diskothek

In der «Diskothek» reden wir über Musik und ihre Interpretationen. Zwei versierte Gäste mit guten Ohren vergleichen im Blindtest verschiedene Aufnahmen eines Werks und exponieren sich mit ihren Urteilen. In mehreren Hörrunden wird die Auswahl immer kleiner, bis die «beste» Aufnahme übrigbleibt – Spiel und Hörschulung zugleich. Die Werke stammen aus allen Epochen der klassischen Musik, vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
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