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- Midterm-Debakel: Die blaue Klatsche für Trump
Nach schweren Verlusten bei den Zwischenwahlen gerät Trumps Agenda im US-Kongress unter Dauerbeschuss. Die Opposition übernimmt die Mehrheit in beiden Kammern und macht klar, dass sie ihren Wahlsieg für eine umfassende politische Offensive nutzen wird.
Ein Kommentar von Janine Beicht.
Donald Trump wollte seine zweite Amtszeit als Durchmarsch gestalten. Die Zwischenwahlen vom 3. November haben diesen Anspruch empfindlich beschädigt. Die Demokraten gewinnen beide Kongresskammern. Nach Zahlen der Associated Press kommen sie auf mindestens 228 Sitze im Repräsentantenhaus und 54 im Senat. Bislang kontrollierten die Republikaner beide Kammern (1).
Erstmals seit 20 Jahren verliert eine Regierungspartei bei den Zwischenwahlen beide Kongresskammern. Trump bleibt bis Anfang 2029 Präsident, doch aus einem Kongress, der seine Vorhaben bislang weitgehend mitgetragen hat, wird ein Kontrollzentrum der Opposition (2).
Besonders deutlich wurde der Umschwung dort, wo die Republikaner sich sicher wähnten. In Texas gewann James Talarico gegen Ken Paxton. Seit 38 Jahren hatte dort kein Demokrat mehr einen Senatssitz erobert. In Kansas setzte sich Adam Hamilton gegen den republikanischen Amtsinhaber Roger Marshall durch. Der letzte demokratische Senatssieg lag dort im Jahr 1932. In Ohio kehrt Sherrod Brown nach seinem Sieg gegen Jon Husted in den Senat zurück. 2024 hatte Brown sein Mandat an Bernie Moreno verloren.
Auch South Carolina kippte. Annie Andrews gewann dort gegen die Schwester des verstorbenen Senators Lindsey Graham. Noch 2024 hatte Trump den Bundesstaat mit 18 Prozentpunkten Vorsprung vor Kamala Harris gewonnen. In Iowa siegte Josh Turek, in Michigan Abdul El Sayed, der erste muslimische Senator der Vereinigten Staaten. Auch North Carolina und Maine gingen an die Demokraten (1).
Die Niederlage reicht damit tief ins republikanische Stammland. Hakeem Jeffries, der nun Vorsitzender des Repräsentantenhauses werden könnte, brachte die Stimmung auf den Punkt (3):
Damit machen die Demokraten unmissverständlich klar, dass sie ihren Wahlsieg nicht nur als Erfolg verbuchen, sondern ihn zur politischen Offensive gegen Trump nutzen wollen.
„Wir werden diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die diesem Land beispiellose Korruption zugefügt haben. Das amerikanische Volk hat gesprochen und deutlich gemacht, dass es genug vom Extremismus und genug von der Korruption hat. Amerika ist zurück.“...https://apolut.net/wahler-rechnen-mit-trump-ab-von-janine-beicht/ - Die Demokraten erobern nach den Wahlprognosen beide Kammern des US-Kongresses. Donald Trump verliert seine parlamentarische Machtbasis – und Europa könnte daraus einen verhängnisvollen Fehlschluss ziehen. Denn ein Präsident, der innenpolitisch ausgebremst wird, ist außenpolitisch keineswegs entmachtet. Im Gegenteil: Wo der Kongress blockiert, bleiben dem Weißen Haus erhebliche Handlungsspielräume. Ukraine, Iran, Handelskrieg, NATO – die entscheidenden Machtinstrumente liegen weiterhin in Trumps Händen. Was, wenn die Niederlage in Washington nicht das Ende seiner Macht markiert, sondern den Beginn einer noch unberechenbareren Außenpolitik? Die Midterms haben die amerikanischen Machtverhältnisse verändert. Ob Europa dadurch sicherer wird, ist eine ganz andere Frage.
Ein Kommentar von Michael Hollister.
(Stand: 04. November 2026, 07:33 MEZ. Die Auszählung dauert an; Zahlen und Projektionen zu einzelnen Rennen können sich noch ändern.)
Ein Präsident, dessen eigene Partei im ersten Midterm seiner zweiten Amtszeit beide Kammern des Kongresses verliert – das ist die Schlagzeile dieser Nacht, und sie wird europaweit in einem Satz zusammengefasst werden: Trump ist geschwächt. Die interessantere Frage beginnt dort, wo dieser Satz endet.
Gewählt wurde am 03. November 2026 über alle 435 Sitze des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Senatssitze. Die Ausgangslage: Im Senat hielten die Republikaner 53 zu 47, im Haus eine hauchdünne Mehrheit. Nach übereinstimmenden Projektionen von NBC, CBS, CNN und MS NOW haben die Demokraten in der Nacht beide Kammern gewonnen und übernehmen ab Januar die volle Kontrolle über den Kongress. CNN rief die Senatsmehrheit gegen 23:35 Uhr Ostküstenzeit aus und sah die Demokraten bei mindestens 51 Sitzen; im Repräsentantenhaus projizierte NBC eine Mehrheit von rund 255 Sitzen – nach Einordnung des Senders womöglich die größte demokratische Mehrheit seit fast zwei Jahrzehnten, eine Schätzung, die sich mit der weiteren Auszählung noch verschieben kann. Die besonders vorsichtige Nachrichtenagentur AP bestätigt solche Projektionen traditionell später; der Trend selbst war über die Institute hinweg eindeutig.
Getragen wurde der Wechsel von Siegen tief im republikanischen Terrain. Im Senat flippten die Demokraten unter anderem North Carolina (Roy Cooper), South Carolina (Annie Andrews), Ohio (Sherrod Brown), Iowa (Josh Turek), Kansas (Adam Hamilton) und – das Symbol der Nacht – Texas, wo James Talarico den Republikaner Ken Paxton schlug und als erster Demokrat seit 1988 einen texanischen Senatssitz holte. Im Lauf der Nacht fielen auch Maine, wo die Demokraten die langjährige Republikanerin Susan Collins verdrängten, und Michigan an die Demokraten; einzig Alaska mit seinem Ranglisten-Wahlsystem war zu Redaktionsschluss noch nicht entschieden – für die Mehrheitsfrage ohnehin nicht mehr ausschlaggebend. Die Sitzzahl ist dabei nicht die eigentliche Nachricht. Die Nachricht ist, was ein so eingehegter Präsident als Nächstes tut.
...https://apolut.net/was-die-midterms-wirklich-fur-europa-bedeuten-von-michael-hollister/ - Medienstaatsvertrag 2.0
Ein Kommentar von Claudia Töpper.
Journalistische Medienangebote im Internet und insbesondere auf Social-Media-Plattformen sollen besser sichtbar gemacht werden. Der Gesetzgeber möchte verhindern, dass journalistische Inhalte in den Empfehlungsalgorithmen großer Plattformen, wie Instagram und Facebook gegenüber Unterhaltungsinhalten oder anderen Beiträgen an Sichtbarkeit verlieren.
Dafür soll das sogenannte Public-Value-Konzept weiterentwickelt werden. Über den Entwurf des Digitale-Medien-Staatsvertrags Teil 2 (DMStV) können seit dem 28. September 2026 Privatpersonen, Medienunternehmen, Social-Media-Plattformen, Journalisten und Medienschaffende, wie Betreiber von YouTube-Kanälen und Podcaster sowie Verbände und Interessenvertretungen, Wissenschaft und Forschung, Rechtsexperten sowie Organisationen und Vereine öffentlich Stellung nehmen. (1) Am 13. November 2026 endet die Frist für Stellungnahmen. (2)
Inhalt des DMStV
Auf der Webseite der Landesregierung Rheinland–Pfalz heißt es dazu wörtlich:
„Die Rundfunkkommission der Länder hat am 16. September 2026 konkrete Vorschläge unter dem Titel „Digitale Medien-Staatsvertrag Teil 2“ (DMStV) für eine Reform des Medienstaatsvertrages und den Jugendmedienschutz-Staatsvertrages beraten, die hier zur Diskussion gestellt werden.(3)
Mit dem „DMStV Teil 2“ schaffen die Länder faire Spielregeln – damit journalistisch verantwortete Medien auch morgen sicht- und hörbar bleiben. Unsere Medienlandschaft steht vor epochalen Herausforderungen. Die Länder antworten darauf mit konkreten Maßnahmen mit sieben konkreten Zielsetzungen, die den DMStV zu einem Gestaltungsrahmen für eine faire und vielfältige digitale Medienordnung machen:
Der DMStV stärkt die Refinanzierungsmöglichkeiten von Medien – durch Flexibilisierung von Werberegeln und die Öffnung für regionalisierte Werbung.
Der DMStV stärkt die Sichtbarkeit von Medienangeboten und schützt sie vor algorithmischer Verdrängung: Ein weiterentwickeltes Public-Value-Konzept sorgt dafür, dass beispielsweise Investitionen in Nachrichten, in Journalistinnen und Journalisten sowie in redaktionelle Eigenleistung bei der Platzierung in Feeds besonders berücksichtigt werden – ergänzt durch die Zulassung von Outlinks.
Der DMStV schafft die Grundlagen für eine informierte Gesellschaft auch im KI-Zeitalter, indem er auch für KI-basierte Angebote Verantwortung einfordert.
Der DMStV sichert Medienvielfalt vor Ort: Lokale und regionale Angebote erhalten besondere Berücksichtigung – sowohl in der Auffindbarkeitsregulierung als auch im Medienkonzentrationsrecht.
Der DMStV schützt die Meinungsbildung vor technischer Manipulation, etwa durch neue Instrumente gegen künstliche Reichweitenverstärkung.
Der DMStV modernisiert und verschlankt die Medienaufsicht: Beschlusskammern sorgen für mehr Effizienz, Kommissionen werden zu Expertenräten, Verfahren werden digitalisiert und vereinfacht.
Der DMStV passt das Medienkonzentrationsrecht an die digitale Wirklichkeit an: Er erweitert den Regelungsbereich auf den gesamten Meinungsmarkt und verbindet unternehmerisches Wachstum mit Verantwortung für Medienvielfalt.“ (4)
...https://apolut.net/orr-kampft-gegen-bedeutungslosigkeit-von-claudia-topper/ - Süßes oder Saures? „GenZ regelt“ demonstriert am Halloweentag
Ein Kommentar von Paul Clemente.
Da fand zusammen, was zusammengehört: Am vergangenen Samstag fiel der wöchentliche Jugend-Protest auf Halloween. Bei dem irischen Traditionsfest gehen Kinder in Gruppen von Haus zu Haus und stellen seine Bewohner vor die Wahl: „Süßes oder Saures.“ Im Klartext: Rück die Süßigkeiten raus oder es gibt Saures. Ähnlich die Forderung der jungen Demonstranten: Gebt uns eine Zukunft, oder wir machen Lärm.
Ausgebrochen war der Jugendprotest erst Mitte September in Frankreich. Letzte Woche sprang der Protest über die Grenze nach Albanien, Spanien, Italien und Griechenland. Und vorgestern auch nach Deutschland. In über 30 Städten demonstrierten etwa 120.000 Personen. Und zwar friedlich. Erst im Anschluss übernahmen Extremisten und Steinewerfer die Regie. Dabei klirrten Fensterscheiben. In Frankfurt hat man sogar einen Waffenladen geplündert. Sicherheitsexperte Klaus Nachtigall gab sich geschockt: Das seien die
Wundert ihn das? Schließlich sind die sozialen Gräben in Frankfurt so tief wie kaum anderswo.
Aufgerufen hatte die Initiative „GenZ regelt“. Eine Vereinigung, deren Online-Auftritt so viel verbirgt wie offenbart. Ihre Themen zeigen einen parteiübergreifenden Anspruch. Auf Stichpunkte verkürzt, fordert „GenZ regelt“: Klimaschutz, bezahlbare Mieten und Lebenshaltungskosten, keine Wehrpflicht und ein Ende der Bürgerüberwachung. Was direkt auffällt: Nur ein Thema der postmodernen Linken ist vertreten: Der Klimaschutz. Ansonsten: Null. Keine Genderfragen, keine Sprachregulierung, kein Postkolonialismus.
„schwersten Ausschreitungen, die ich so gesehen habe" –...https://apolut.net/generation-z-geht-auf-die-barrikaden-von-paul-clemente/ - Vom russischen „Spion mit Flossen“ zum Flughafenkomplott in Leipzig.
Wenn aus bloßem Verdacht ernste Beschuldigungen werden.
Ein Kommentar von Rainer Rupp.
Vorwort
Wenn eine politisch motivierte Journaille mit einem Heer von Presstituierten in selbsterklärten "Qualitätsmedien" zum Propaganda-Megafon der Regierungseliten des kollektiven Westens geworden ist, dann werden selbst aus harmlosen Kuriositäten alarmierende Nachrichten über angebliche russische Spionage- und Sabotageoperationen. Wenn Ermittler dann keine Beweise finden, ist die Propaganda-Karawane längst zum nächsten Projekt weitergezogen.
Das alles erinnert an Verfahren aus vergangenen, autoritären Zeiten, bei denen die Justiz nicht von einer Straftat ausgeht, um den Täter zu ermitteln, sondern umgekehrt gegen einen unerwünschten Menschen ermittelt und dazu nach einem passenden Vergehen sucht, das man ihm anhängen kann. Die Journaille assistiert dabei, dass aus einem unbegründeten Anfangsverdacht schnell Gewissheit wird. Eventuelle, von anderer Seite geäußerte Zweifel an der Schuld des Angeklagten werden amtlich als bösartige Verleumdung und Untergrabung des öffentlichen Vertrauens in die staatlichen Institutionen bezichtigt, was inzwischen ebenfalls ein Straftatbestand ist.
Bei einer KI-gestützten Recherche zu den in den vergangenen Jahren gegen Russland erhobenen Vorwürfen wegen Spionage, Sabotage und anderer finsterer Machenschaften stößt man auf eine bemerkenswerte Serie von Geschichten. Kaum geschah etwas Ungewöhnliches, Unerklärliches oder schlicht nicht Identifizierbares, stand Russland als mutmaßlicher Täter bereit. Die Beweislage war häufig überschaubar, die Gewissheit der öffentlichen Verdächtigungen dagegen umso eindrucksvoller.
Spätere Untersuchungen ergaben, dass die anfänglichen Anschuldigungen nicht belegt werden konnten. Die Tatsache, dass die Vorfälle ganz andere Ursachen haben könnten, hatte von Russen-Hass geifernde Politiker und Medien nicht zurückgehalten, die die Gunst der Stunde für ihre anti-russische Propaganda nutzten wollten. Mit beträchtlichem publizistischem Aufwand wurden die ungeprüften Beschuldigungen in die Welt hinausposaunt. Wenn sich dann jedoch die Vorwürfe als falsch erwiesen hatten, gab es keine Entschuldigung und wenn überhaupt, nur eine klitzekleine Notiz zur Korrektur, gut versteckt, wo keiner sie las.
Manche dieser Geschichten wären hervorragendes Material für ein Satiremagazin gewesen – hätte man sie nicht mit dem ernsten Gesicht vorgetragen, das für die Verkündigung geopolitischer Wahrheiten offenbar unerlässlich ist. Der Spionagewal vor Norwegen ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel.
Und nun, nach der europäischen Drohnenpanik von 2025, liefert die erneute politische Einordnung angeblicher Drohnenvorfälle als russische hybride Kriegsführung offenbar weiteren Stoff. Wenn die jüngsten Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Flughafen Leipzig-Halle bereits als Beleg für einen russischen Angriff auf Deutschland behandelt werden, stellt sich allerdings eine naheliegende Frage: Seit wann ersetzt die politische Deutung eigentlich den Nachweis des Tatgeschehens?
Nachfolgend untersuchen wir anhand konkreter Ereignisse, wie aus einem Wal ein russischer Geheimagent wurde und wie aus unidentifizierten Flugobjekten russische Kampfverbände und aus unbelegten Verdächtigungen hybride Kriegsführung wurde....https://apolut.net/war-es-russland-von-rainer-rupp/
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