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  • Die Bootsflüchtlinge und der Streit am Ärmelkanal
    Mit dem Brexit wollte Grossbritannien die volle Kontrolle über die Einwanderung zurückerlangen. Aber ausgerechnet seit dem EU-Austritt kommen immer mehr Flüchtlinge in überfüllten Booten übers Meer. Jetzt liegt London im Streit mit Paris. Früher schmuggelten sich die Flüchtlinge in Containern und Güterzügen durch den Kanaltunnel. Jetzt aber kommen sie immer mehr übers Meer. Im Ärmelkanal drohen die überfüllten Boote in Seenot zu geraten oder gar überfahren zu werden von einem der unzähligen Schiffe auf der stark befahrenen Route. Ein Unglück im November hat verdeutlicht, wie gefährlich die Überfahrt ist: 27 Menschen starben, als ein Boot gekentert war. Grossbritannien bezahlt an Frankreich grosse Summen, damit dessen Polizei die Flüchtlinge an der Überfahrt hindert. Warum gelingt ihr das nicht? Oder hat London recht, wenn es Paris vorwirft, es strenge sich nicht genug an? Warum ist die französische Polizei machtlos gegenüber den Schleppern? Und wer überhaupt sind die Flüchtlinge auf den Booten – und weshalb wollen sie unbedingt nach Grossbritannien? Die Reportage von beiden Ufern des Ärmelkanals liefert Antworten.
    12/4/2021
    27:00
  • Irlands Verwandlung – wie die Insel zu sich selbst fand
    Das heutige Irland ist weit entfernt von der Trostlosigkeit und der Enge des letzten Jahrhunderts. Innerhalb einer Generation haben sich die Wirtschaft, die Bevölkerungsstruktur und das Selbstverständnis des Landes grundlegend verändert. Vor 35 Jahren war Irland ein rückständiges Land, im Bann der katholischen Kirche und argwöhnisch-empfindlich im Umgang mit der britischen Nachbarin. Diese Altlasten wurden seither abgetragen, die irische Bevölkerung hat sich radikal verändert: Ehemalige Auswanderer sind mit neuen Ideen heimgekehrt, Einwanderer aus Mitteleuropa haben Farbe in eine vormals sehr geschlossene Gesellschaft gebracht und ein regelrechtes Wirtschaftswunder ermöglicht. Auch dass sich mehr Frauen an der Arbeitswelt beteiligten, war ein wichtiger Faktor beim Aufschwung, dem Erfolg des «keltischen Tigers». Einer, der diesen Wandel miterlebt hat, ist Martin Alioth. Als Korrespondent von Radio SRF lebte er in der Nähe von Dublin. Jetzt ist er im 67. Altersjahr gestorben. Im Gedenken an ihn wiederholen wir seine letzte International-Sendung vom Frühling 2020.
    11/27/2021
    28:43
  • Basra – die versehrte Stadt
    Am 10. Oktober fanden im Irak vorgezogene Parlamentswahlen statt - auf Druck einer Protestbewegung, die in Basra, der zweitgrössten irakischen Stadt, entstanden war. Dort, an der kuwaitisch-iranischen Grenze, begann vor 18 Jahren die US-geführte Irak-Invasion. An den Folgen leidet Basra noch heute. Als «Venedig des Nahen Ostens» wurde Basra einst bezeichnet. Die Erdölstadt im Süden des Irak, gelegen zwischen Iran und Kuweit, am Fluss Shatt al-Arab, der früher einmal gesäumt war von Dattelpalmenwäldern. Heute ist Basra eine versehrte Stadt. Jahrzehntelanger Krieg, die US- Invasion im Irak, Korruption und Vetternwirtschaft haben ihre Spuren hinterlassen. Allgegenwärtig zudem: Der Einfluss «der religiösen Parteien», über die zu reden die Menschen Angst haben. Diese Iran-freundlichen Parteien haben das soziale Gefüge der Stadt verändert. Doch in Basra gibt es auch Hoffnung. Menschen, die nicht gehen wollen, wie so viele andere vor ihnen. Menschen, die aus Basra wieder eine Stadt machen wollen, in der es sich lohnt, an die Zukunft zu denken.
    11/20/2021
    29:49
  • Schottlands langer Abschied
    Die Unabhängigkeit ist das zentrale Versprechen der Schottischen Nationalpartei (SNP). Doch so einfach wie es Regierungschef Nicola Sturgeon darstellt, wird der Abschied nicht. Die Frage der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich spaltet Schottland ziemlich mittendurch Die Statue des Duke of Wellington in der Hafenstadt Glasgow zeigt symbolisch das schottische Missfallen gegenüber Obrigkeiten aus dem fernen London: Der Duke war im 19. Jahrhundert ein britischer Premierminister, vor allem aber war er ein Vertreter der konservativen Tory und damit repräsentiert er das, was viele Schotten nicht mögen. Seit Jahren trägt er deshalb einen orangen-weissen Gummi-Hut auf dem Kopf - einen Verkehrskegel. Regelmässig wird der Hut von den Behörden entfernt und eine Nacht später ist die Verspottung wieder da. Angeblich kostet das Katz- und Maus-Spiel die Behörden jedes Jahr weit über 10'000 Franken. Aus den Ressentiments gegenüber London will die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon Kapital schlagen. Sie verspricht eine zweite Abstimmung über die Unabhängigkeit. Barney Crockett, der Oberbürgermeister der Ölstadt Aberdeen, hingegen warnt: Der Brexit sei eine winzige Erschütterung im Vergleich zu den Problemen, welche die Abtrennung Schottlands vom Rest des Vereinigten Königreichs bringen würde. Reportage aus einem zerrissenen Land.
    11/13/2021
    30:16
  • Kulturkampf in Texas
    Texas sorgt für Schlagzeilen: Mit einem radikalen Abtreibungsgesetz oder der völligen Liberalisierung des Waffentragens. Die regierenden Republikaner ziehen neue Wahlkreise, um ihre Macht zu zementieren. Doch die Bevölkerung wird multiethnischer, städtischer, linker.  Nirgendwo sonst in den USA prallen die Gegensätze so sehr aufeinander wie in Texas. In Texas ist man stolz und patriotisch und sieht sich als Sonderfall. Das politische Klima ist rau, seit jeher. Der demographische Wandel aber hat die Abwehrhaltung gegen aussen und die inneren Spannungen verschärft. In Austin ist eine ultrarechte Regierung an der Macht, die Texas als Bollwerk der Freiheit gegen schädliche linke Einflüsse der Demokraten versteht. Die Demokraten wollten den Leuten die Waffen wegnehmen, behauptet sie – und in dem Klima der Unsicherheit kaufen die Menschen erst recht Waffen, aus Angst vor einem Bürgerkrieg. Es gibt jeden Tag Waffenshows, und in keinem US-Bundesstaat ist die Bevölkerung so bewaffnet wie in Texas. Die eher linke städtische Bevölkerung ist ebenfalls besorgt. Frauen sind schockiert, dass die Regierung ihnen Rechte wegnehmen will, die sie seit Jahrzehnten besitzen – das Recht auf Abtreibung zum Beispiel. Was ist los in Texas? Eine Spurensuche in einem riesigen, aber politisch zerrissenen Bundesstaat.
    11/6/2021
    26:38

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