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Erklär mir die Welt

Andreas Sator
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    #397 Erklär mir, warum Mönche länger leben, Marc Luy

    02/06/2026 | 1h 45min
    Wenn ein Mann in ein Kloster geht, lebt er im Schnitt fünf Jahre länger als ein Mann außerhalb. Woran liegt das? Das habe ich den Demografen Marc Luy gefragt. Er ist für seine Kloster-Studie berühmt geworden und weiß, warum Männer kürzer oder länger leben. Ein nerdiges Gespräch über Lebenserwartung, das ihr lieben werdet 🙆 Marc Luy ist Bevölkerungswissenschafter. Er ist Direktor des Instituts für Demographie an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Honorarprofessor für Demographie an der Universität Wien. Er beschäftigt sich vor allem mit der niedrigeren Lebenserwartung von Männern.

    Diese Bücher empfiehlt Marc:

    „Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag“ von David Allen, https://amzn.to/4dF3bt8

    „Money: Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit“ von Tony Robbins, https://amzn.to/4e0mgoz

    „Die Kunst des digitalen Lebens: Wie Sie auf News verzichten und die Informationsflut meistern“ von Rolf Dobelli, https://amzn.to/3Rx64nh

    Slow Productivity: The Lost Art of Accomplishment Without Burnout von Cal Newport, https://amzn.to/4efUsO8

    Marcs Shoutout für Medien

    Podcast „Hallo Fokus“ von Lars Bobach, https://larsbobach.de/podcast-hallo-fokus/

    „Blinkist“ für Zusammenfassungen von Büchern, https://www.blinkist.com/de

    Was nehme ich mir mit

    Männer leben im Kloster länger. 

    Das liegt vor allem daran, dass sie dort Risikofaktoren vermeiden, die ihr Leben außerhalb von Klöstern kürzer machen. Sie rauchen nicht, sie trinken keinen Alkohol, sie essen moderat und bewegen sich ausreichend. Außerdem sind sie Teil einer Gemeinschaft und vereinsamen nicht. All das ist wichtig für ein langes Leben.

    Das Kloster bietet viele Vorteile. 

    Es liefert etwa auch einen geregelten Alltag, gibt damit den Menschen Struktur. Und wer in ein Kloster eintritt, muss sich auch nicht mehr mit dem Sinn des Lebens beschäftigen. Auch das ist wichtig. Bei Frauen in Klöstern hat das auch positive Effekte, sie leben dort aber nicht länger als Frauen außerhalb. Die Hypothese von Marc ist, dass das an der anstrengenden Arbeit innerhalb der Klöster liegt.

    Es gibt keine Wunderpille für ein langes Leben. 

    Wer nicht raucht, moderat oder nicht trinkt, sich ausreichend bewegt, sich vielfältig ernährt und nicht zu viel isst und ein Leben führt, in dem es nicht zu viel Stress gibt, man Teil einer Gemeinschaft ist und für sich einen Sinn im Leben hat, der lebt im Durchschnitt viele Jahre länger und vor allem besser. Das ist das Geheimnis, nicht irgendein Superfood oder eine neue Tablette. 

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    #396 Erklär mir Abnehmspritzen, Florian Kiefer

    26/05/2026 | 1h 14min
    Abnehmspritzen werden manchmal als Lifestyle-Produkt abgetan. Dabei sind sie nichts anderes als eine medizinische Revolution. Zum ersten Mal hat die moderne Medizin ein wirksames Mittel gegen Adipositas. Und Studien zeigen: Sie haben noch jede Menge anderer Vorteile. Es erklärt der Universitäts-Professor und Endokrinologe Florian Kiefer.

    🙆 Florian Kiefer ist Endokrinologe und Internist sowie assoziierter Professor an der Medizinischen Universität Wien mit Schwerpunkt auf Hormon-, Stoffwechsel- und Adipositaserkrankungen. Er leitet die endokrinologische Spezialambulanz, betreibt klinische und translationale Forschung zu Energie- und Fettstoffwechselprozessen und war in internationalen Fachgremien aktiv, etwa als Senior Editor eines endocrinologischen Fachjournals.

    Was nehme ich mir mit?

    Abnehmspritzen ahmen Hormone aus unserem Darm nach. 

    Die werden nach jedem Essen ausgeschüttet. Die körpereigenen Hormone sind aber gleich wieder weg. Forscher:innen haben die Hormone im Labor künstlich länger haltbar gemacht. Das zügelt jetzt den Appetit der Menschen, die sie nehmen. Der Körper baut also nicht mehr Gewicht ab, wenn man die Abnehmspritze nimmt, sondern man will wegen der Spritzen einfach weniger essen.

    Spritzen alleine reichen nicht. 

    Begleitend braucht es Bewegung und Krafttraining, weil der Körper, wenn er abnimmt, Muskeln abbaut. Außerdem muss man sich auch die Ernährung anschauen. Beides muss langfristig umgestellt werden, oft braucht es auch immer wieder mal die Spritzen. Adipositas ist eine chronische Krankheit, sie geht nie ganz weg, der Körper will das alte Gewicht und Fett halten, weil uns das evolutionär schützte.

    Die Spritzen helfen gegen vieles. 

    Sie helfen nicht nur gegen Diabetes und beim Abnehmen, sie scheinen im Körper auch unnütze Entzündungen zurückzufahren, was für ganz viele andere Krankheitsbilder ebenfalls positive Wirkungen zeigt. Die Daten sind klar: Die Effekte sind so gut, dass die Krankenkassen nachziehen und die Medikamente für alle, bei denen es eine Indikation gibt, übernehmen müssen.

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    #395 Erklär mir Klimawandel-Anpassung, Sigrid Stagl

    19/05/2026 | 56min
    In Wien wird das Klima wie in Skopje (Mazedonien). Was machen wir? Das habe ich die Ökonomin Sigrid Stagl gefragt. Was der Klimawandel mit der österreichischen Wirtschaft macht – und wir uns an ihn anpassen und dadurch wohlhabender und unabhängiger werden.

    🙆 Sigrid Stagl ist Ökonomin am Department für Sozioökonomie der Wirtschaftsuniversität Wien.

    Diese Folge wird präsentiert vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Umsetzung der fünf EU-Missionen in Österreich.

    Diese Bücher empfiehlt Sigrid:

    Karl Polanyi, Chronik der grossen Transformation. Artikel und Aufsätze (1920-1945): Menschliche Freiheit, politische Demokratie und die Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Faschismus, https://amzn.to/4nEZtDg

    Jason Hickel, Less is More: How Degrowth Will Save the World, https://amzn.to/4tQjisM

    Sigrid Stagl, Krisenfest – Wie nachhaltige Wirtschaft unsere Zukunft sichert: Energie, Ernährung, Arbeit & Zusammenhalt neu denken: Wie wir unsere Wirtschaft verändern können, um unsere Zukunft zu sichern (ab September 2026 erhältlich), https://amzn.to/4dpo0HC

    Sigrids Shoutout für Medien

    Ö1, https://oe1.orf.at/

    BBC Radio 4, https://www.bbc.co.uk/sounds/play/live/bbc_radio_four_extra

    Podcast der „New York Times“, https://www.nytimes.com/spotlight/podcasts

    Podcast von „Der Standard“, https://www.derstandard.at/podcast

    Was nehme ich mir mit?

    Wir müssen unabhängiger werden. 

    Wir überweisen derzeit Firmen und Menschen in autoritären Regimen jedes Jahr Milliarden Euro auf ihre Konten, um ihnen Erdöl und Erdgas abzukaufen. Nebenbei verschmutzt das unsere Luft und wir heizen die Erde noch weiter an. Das ist absurd und muss aufhören. Wir müssen fossile Energie mit erneuerbaren ersetzen und unsere Wirtschaft elektrifizieren, also etwa von Verbrenner auf E-Autos umsteigen.

    Der Klimawandel ist längst da. 

    Österreich ist im Schnitt schon 3,1 Grad heißer als im langjährigen Schnitt. Das merken viele schon: Im Wintertourismus, in der Landwirtschaft, aber auch vulnerable Gruppen, Menschen in Städten und alle, die draußen arbeiten. Auch sonst sinkt die Produktivität und damit unser Wohlstand, wenn es heißer wird.

    Wir müssen uns massiv anpassen.

    Dazu gehört auch, dass wir unsere Einstellung zu Klimaanlagen verändern. Räume in Österreich muss man im Sommer künftig einfach kühlen. Klimaanlagen sind ineffizienter als das etwa über die Wände oder den Boden zu kühlen, aber wenn das nicht geht, sinnvoll. Landwirte bauen hitzeresistentere Sorten an, Forstwirte pflanzen andere Bäume, Städte werden grüner. Österreich hat in einigen Jahren die Temperatur von Mazedonien und das wird unser aller Leben ändern. Das muss keine Katastrophe sein, aber wir müssen uns früh genug daran anpassen.

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    Wie funktioniert unser Immunsystem? (Best Of - mit Wilfried Ellmeier)

    14/05/2026 | 42min
    Was passiert in unserem Körper, wenn ein Virus eindringt? Warum werden manche Menschen oft krank und andere nie? Das Immunsystem, erklärt. Die Folge ist erstmals im April 2020 erschienen.

    Wilfried Ellmeier ist Immunbiologe und forscht an der Medizinischen Universität Wien.

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    #394 Erklär mir, was man über Geld wissen sollte, Bettina Fuhrmann

    12/05/2026 | 1h 7min
    Was sollte jeder über Geld wissen? Das habe ich die Wirtschaftspädagogin Bettina Fuhrmann gefragt. Was man sinnvoll über Kredite finanziert – und was nicht. Die sinnvollsten Investitionen und wo man sich die Finger verbrennt. Von Krypto bis ETFs, Sparen, Ausbildung & Co.

    🙆 Bettina Fuhrmann ist Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien.

    Was nehme ich mir mit?

    Unterschätze nicht deine eigene Ausbildung. 

    Ich habe zum Beispiel schon ein wenig gespart, aber das mit Abstand größte Vermögen, das ich besitze, ist mein eigenes Humankapital. Meine Ausbildung, mein Netzwerk, mein Wissen, das ich mir über viele Jahre aufgebaut habe. Das sorgt nämlich dafür, dass jedes Monat auf absehbare Zeit Geld auf mein Konto kommt. Quasi eine Dividende meines Humankapitals. Das ist bei den meisten Menschen der wichtigste Vermögenswert, den sie besitzen. 

    Wenn du Zeit hast, gehe Risiken ein. 

    Gerade wenn man Geld für längere Zeit nicht braucht, kann man damit höhere Risiken eingehen und sich Aktien kaufen. Am besten streut man sie breit, kauft sich also einen Aktien-ETF, der auf einem breiten Index mit vielen hundert oder tausenden Unternehmen fußt. Aktienmärkte gehen auf und ab, aber wenn man lange Zeit hat, etwa 10 oder 20 Jahre, dann kann man auch Krisen einfach abwarten.

    Ein paar Grundregeln, die Bettina mitgegeben hat:

    Investiere nur in etwas, das du verstehst. Sehr schlau. Dann: Zahle deinen Kredit nicht länger zurück, als du das Ding, das du dafür kaufst, nutzen kannst. Einen einwöchigen Urlaub zwei Jahre zurückzuzahlen ist eine riskante Angelegenheit. Und: Gehe keine Risiken ein, mit denen du nicht gut schlafen kannst. Auch wenn Aktien langfristig die beste Anlage sind: Wenn sie dir den letzten Nerv rauben, weil sie vielleicht mal runtergehen, dann lass es lieber bleiben.

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